Neuer Blog auf Englisch – http://answerstothecrisis.wordpress.com/

Verfasst 12. Januar 2011 von schaefer12345
Kategorien: Uncategorized

Liebe Leser!

Nach langer Auszeit, in der ich über viele Dinge gründlich nachgedacht habe, habe ich mich entschlossen, ein neues Weblog zu eröffnen. Der Fokus wird etwas anders sein und ich schreibe auch auf Englisch, einfach um über Deutschland hinaus lesbar zu sein.

http://answerstothecrisis.wordpress.com/

Viel Spass beim Lesen.

Was bedeutet die Krise langfristig? – Teil 2

Verfasst 14. Februar 2009 von schaefer12345
Kategorien: Betrachtungen

Im ersten Teil habe ich mir über die Zukunft der Mittelstandsgesellschaft Gedanken gemacht, jetzt nachdem bestimmte Politiken der USA (also gar nicht aller kapitalistischen Länder) nicht mehr machbar erscheinen und ein politisches Problem aufgezeigt – das der zunehmenden Ausgrenzung von Bevölkerungsteilen im heutigen flexiblen Wissens- oder Technokapitalismus. Diesen Ansatz will ich nun vertiefen.

Das Problem ist, daß eine neoliberal orientierte Politik – also grob gesagt: Mehr Markt, weniger Staat! zu ungewollten Konsequenzen geführt hat, die den wirtschaftliche Stabilität der Welt und – und das erscheint mir besonders wichtig – die wirtschaftliche Machtposition der USA bedrohen. Denn auch wenn natürlich wieder meistens die Anleger und die Industriebetriebe die Rechnung der Banken begleichen müssen – nach den Rettungspaketen nun auch die Steuerzahler – so ist doch die Bilanz ernüchternd: Chinesisches und arabisches Kapital gewinnt an Einfluss und die Wirtschaft zeigt etwas, was nach der neoliberalen Theorie nicht vorkommen dürfte – sie ist in vielen Bereichen ineffizient.

Warum? Weil man sich damit beschäftigt hat – siehe Auto- und Finanzindustrie – die Bundesbehörden, also den Staat zu schmieren, um Wettbewerb abzuwenden und Kontrollen und Umweltauflagen zu vermeiden; mafiöse Vorgehensweisen also. Denn genau das steckte oft hinter der neoliberalen Rhetorik. Und was ist das Ergebnis des ganzen?

Nun ja, die Industrie geht nach China und Indien, die Zukunftstechnologien werden in Japan und Kalifornien entwickelt, was in seiner Politik eher Finnland als den tonangebenden US-Südstaaten ähnelt, die Schulen sind oft schlecht und die Mediengesellschaft so banal und fehlsteuernd, das viele junge Menschen Filmstar oder Anwalt, aber ja nicht Ingenieur oder Erfinder werden wollen. Deshalb muss auch ein Großteil der Talente aus dem Ausland angeworben werden.

In anderen Worten – die Institutionen sind mittlerweile so schlecht, dass sie die Führungsrolle nicht nur außenpolitisch, sondern auch wirtschaftlich gesehen zunehmend gefährden. Und diese Problematik hat etwas mit dem Charakter des sich immer stärker herausbildenden Techno- oder Wissenkapitalismus zu tun. Wissensentwicklung ist unsicher und oft müssen Topinnovationen von langer Hand vorbereitet und unterstützt werden. Es ist ja kein Geheimnis, dass die staatliche Finanzierung von Militärforschung viele ungewollte privatwirtschaftliche Anwendungen hatte. Und wird heute Topforschung sehr oft staatlich gestützt und das natürlich auch in den USA, die mehr als wir Europäer (in % des BIP) für Forschung und Entwicklung ausgeben.

Sämtliche Topforschungsregionen der Welt wissen um diese Langfristigkeit und versuchen die beste Mischung aus Markt und Staat zu finden (um es mal etwas vereinfacht auszudrücken), um vorn mitzuspielen. Sie folgen also nicht einem abstrakten, ahistorischen Kriterium einer ökonomischen Theorie, deren Basis mittlerweile 200 Jahre alt ist, sondern suchen pragmatisch nach best practices.

Anders ausgedrückt – sie haben implizit begriffen, das es mehrere Kategorien von Marktversagen gibt, die die Leistungsfähigkeit von modernen Marktwirtschaften in Frage stellen. Zu Polanyis klassischen Problemen (fictitious commodities) der Übernutzung von Land (Umweltbelastung), der Fehlallokation von menschlicher Arbeitskraft (soziale Spannungen) und der Fehlsteuerung der Geldpolitik fügt z.B Block noch die Bereitstellung von gesellschaftlichem Wissen und die Erhaltung eines Umfeldes echten Wettbewerbs (Antitrust, etc.) hinzu.

Und der jetzige Macht- und Prestigeverlust hat implizit gezeigt, dass es sich auch die USA im aufkommenden Wettbewerb mit China und Indien es sich nicht mehr leisten können, im großen Stil an einer im Grunde genommen längst veralteten und im Laufe der letzten zweihundert Jahre immer wieder kritisierten Ideologie (Marx – Weber – Polanyi – Perroux, Beaud und viele andere) festzuhalten.

Und das erklärt auch den schnellen Aufstieg von Barack Obama. Denn seine Themen entsprechen denjenigen der sogenannten Bilderberggruppe, dem Council on Foreign Relations und der trilateralen  Kommission – drei einflussreichen US-amerikanischen Gremien (denjenigen, die Französisch sprechen, will ich den spannenden Link nicht vorenthalten (http://www.michelbeaud.com/bilet.htm#decembre%202008). Und auch sein Ministerpersonal entstammt mehr oder weniger diesen Gremien.

Die USA werden also “klammheimlich” von oben her modernisiert und dass wohl nicht aus Liebe zur Demokratie, sondern weil es der internationale Wettbewerb um die “creative class” (siehe Richard Florida) es langfristig gesehen erfordert. Und auch deshalb kann Obama, ohne das viel Gewese gemacht wird, so manche heilige Kuh schlachten – Abtreibungsdiskussion, Reduzierung der Atomwaffen, Umweltverordnungen für Autos, Förderung grüner Technologien, etc. Wir sehen also den Anpassungsdruck des Kapitalismus in Aktion und zwar hin zu besseren Institutionen. Denn mittlerweile haben die Asiaten, Lateinamerikaner und Russen gelernt, dass zuviel freier Markt ihnen Schaden zufügt und schauen sehr genau hin, wem sie wann und wo Zutritt erlauben.

Allerdings löst das Verblassen der neoliberalen Ideologie in der Regierungspraxis noch nicht die Frage, wie man in Europa und in den USA mit den sich abzeichnenden sozialen Spannungen umgehen soll, die der Technokapitalismus offensichtlich hervorruft und die ich im ersten Teil schon angedeutet habe. Denn Prekarität und Ängste welche durch zuviel Flexibilität hervorgerufen werden, stellen die in der westlichen Welt die Vorstellungen vom guten Leben in der Mittelschicht in Frage und stören die ohnehin schon schwierige Entwiclklung von guten Institutionen, die erforderlich sind, um weltweit vorn mitzuspielen. Und hier haben wir einen Nachteil gegenüber aufsteigenden Nationen, die eine weniger alte Bevölkerung haben. Allerdings haben die wiederum andere Probleme.

Die Krise zeigt also nicht nur deutlich, dass die kulturelle Hegemonie der USA geringer wird, da bestimmte Praktiken an Glaubwürdigkeit (militärisch und wirtschaftlich) verlieren, sondern auch – und das habe ich im ersten Teil versucht zu sagen – dass das Mittelstandsideal problematisch wird, jetzt da seine künstliche Aufrechterhaltung (durch eine andere – konservative – Art und Weise der Sicherung des sozialen Friedens) nicht mehr machbar scheint.

Die momentane Transformation des Kapitalismus (in seiner Form des flexiblen Technokapitalismus) bringt uns also offensichtlich eine Welt, die sich stark vom bürgerlichen Mittelstandsideal entfernt – eine effiziente, aber zunehmend ungleiche und
flexible Welt, welche das Gerechtigkeitsempfinden vieler belastet. In dieser Welt werden viele Menschen nicht gebraucht und sich selbst überlassen. Das aber ist auch nichts wirklich Neues, denn wo Weltwirtschaftskrise die Schwachpunkte des nationalen Industriekapitalismus aufgezeigt hat, da zeigt die heutige Krise die Schwachpunkte des flexiblen agierenden Techno- und Wissenskapitalismus auf. (Und viele Firmen nutzen die Krise auch um ordentlich Stellen zu streichen…)

Die Frage nach der Zukunft der Arbeit ist also weiterhin spannend, wie auch die Frage, wie man den Technokapitalismus institutionell einbetten sollte, jetzt, da sich seine Konturen immer stärker abzeichnen. Und natürlich auch die Frage, welche Auswirkungen die asiatische Konkurrenz auf die westliche Welt haben. Aber darüber schreibe ich ein anderes Mal.

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Was bedeutet die Krise langfristig?

Verfasst 7. Februar 2009 von schaefer12345
Kategorien: Betrachtungen

Der Kapitalismus war, wie auch schon der Merkantilismus vor ihm, ein Instrument der Akkumulation von Geld und damit Macht – mit dem Unterschied, dass der Merkantilismus eindeutig das Ziel hatte Geld für den jeweiligen Souverän anzuhäufen, während der Kapitalismus lange Zeit  mit dem utopischen Fortschrittsglauben dessen was wir als Moderne bezeichnen verknüpft war und in gewisser Hinsicht allen ein besseres materielles Leben versprach. Diese Idee liegt auch dem Konzept des Trickle-Down-Gedankens zugrunde, der eine Harmonie zwischen weiterer Akkumulation und Verbesserung des Lebens für den Rest der Gesellschaft unterstellt.

Historisch gesehen war dies auch über weite Strecken für den Kapitalismus gültig, denn es wurde nicht durch technische Neuerungen die Lebensqualität überhaupt erhöht, sondern sie konnte auch durch Fords Idee der Massenproduktion auf immer breitere Gesellschaftsschichten ausgedehnt werden.

Natürlich haben sich auch einige kapitalistische Gesellschaften so einige Unmenschlichkeiten und düstere Kapitel geleistet (Imperialismus durch Großbritannien und später auf versteckte Art und Weise durch die USA in Lateinamerika), aber die größeren Verbrechen wurden doch von “rückständigen Regimen” wie dem damaligen Italien und dem Dritten Reich, oder auch dem kommunistischen Russland verübt.

Der Westen mit seinem wie auch immer politisch eingehegten Kapitalismus konnte sich also über lange Zeit moralisch überlegen fühlen, diese Zeit war aber im Grunde genommen schon spätestens 1980 vorbei. Denn der organisierte Kapitalismus (Welfare State, demokratische Interessenvertretung, Gewerkschaften, etc.) bekam eigentlich schon 1970 ein Profitproblem. Der Wiederaufbau war ausgereizt, die Sozialkosten stiegen und die internationale Konkurrenz zwischen den (wieder-)erstarkten Volkswirtschaften (USA, GB, Japan, Frankreich, Deutschland, Italien…) nahm immer mehr zu.

Dieses Profitproblem – von manchen als Profitklemme bezeichnet führte zu unterschiedlichen Lösungsversuchen. Deutschland und Japan bauten ihre Position als exportstarke Nationen weiter aus und Frankreich und Italien versuchten neben der Industrie, den Tourismus zu entwickeln. In diesen Ländern kamen die Errungenschaften des Welfare State zunehmend in Bedrängnis, aber es war wohl die Erfahrung mit den sozialen Spannungen der Kriegs- und Krisenjahre, die einen schnellen Abbau selbiger verzögerte. In allen Ländern kam es übrigens zu Konzentrationswellen, was zu immer größeren Holdings und Konzernen führte, welche dann genügend Kapital hatten, um die  anfänglich sehr teuren Instrumente der Automatisierung zu bezahlen.

Nun zur Entwicklung in den USA: Viele Industrielle hatten nach dem zweiten Weltkrieg wohl den Eindruck, dass ihnen die sozialen Errungenschaften unter Roosevelt in den Kriegsjahren mehr oder weniger aufgenötigt worden waren, weshalb spätestens unter Nixon die ohnehin schon wenig akzeptierten Unions immer mehr zurückgedrängt wurden. So sind dann auch die Reallöhne in den USA in den letzten dreißig Jahren kaum gestiegen.

Allerdings hatten die USA als Leader of the Western World – um nicht Master of the Universe zu sagen ;-) – noch ganz andere Möglichkeiten, um die Illusion einer Mittelstandsgesellschaft aufrechtzuerhalten. Drei finde ich besonders erwähnenswert.

Erstens – und dies ist hinreichend bekannt, wurden große Teile der Produktion in Schwellenländer und andere Länder der dritten Welt ausgelagert. Man konnte so Profit realisieren, die Erbärmlichkeit der Arbeitsverhältnisse amerikanischen Nichtwählern zumuten und sich außerdem einbilden, etwas zur Entwicklung der jeweiligen Länder beizutragen (was in manchen Fällen sogar stimmte).

Zweitens half die technologische Entwicklung der Medien (Farbfernsehen mit vielen Kanälen, später Internet) der immer schaler werdenden Fernsehberichterstattung (Infotainment) zum Durchbruch und erlaubte eine immer größere ideologischere Kontrolle und vor allem Ablenkung der Massen, zu welcher die indirekte Kontrolle an den Universitäten in den relevanten Wissenschaftsbereichen und die zunehmende Praxisorientierung der Studiengänge noch hinzukam.

Drittens, und dies ist wohl der wenigsten offensichtliche Punkt, haben die USA ihre Rolle als führende Finanzmacht mit dem Dollar als Leitwährung dazu benutzt, eine Kultur der Verschuldung zu etablieren, um somit weiteren Konsum und damit Profit zu ermöglichen – eine wahrhafte “Geldpolitik” als Wachstumsmotor sozusagen. So ist nicht nur der Staat der USA bei der Welt verschuldet, sondern auch seine Bürger haben hohe Konsum- und Hauskreditschulden. Und diese Kultur hat ermöglicht, dass Konsum vorgezogen wurde – Es wurde ausgegeben, was noch gar nicht verdient war und das alles um noch weiter zu wachsen und um unter den gegebenen politischen Verhältnissen noch weiter Profit zu machen.

Aber diese Politik – und hiermit komme ich zur langfristigen Bedeutung der Krise – stößt zunehmend an ihre Grenzen, oder besser gesagt – ist durch die Finanzkrise schon an ihre Grenzen gestoßen. Wo der 11. September das politische Vorgehen der USA in Frage gestellt hat, stellt die Finanzkrise nun das wirtschaftliche Agieren selbiger in Frage. Die Zeit der Mittelstandsillusion in den USA ist vorbei und dies wird erhebliche Folgen politischer und gesellschaftlicher Natur in den USA, aber auch in der Welt haben.

Denn jetzt wird der Interessengegensatz zwischen der kapitalistischen Elite und der zunehmend verarmenden und ausgegrenzten Bevölkerung immer offener zu Tage treten. Und es kann durchaus sein, dass sich die “creative class” irgendwo anders in der Welt niederlässt, um die multinationalen Konzerne zu führen. Was aber passiert, wenn die USA an Gewicht verliert, weil sie mit innenpolitischen Problemen beschäftigt ist und wenn dadurch das Ideal der Mittelstandsgesellschaft an Bedeutung gewinnt. Kommt dann das “asiatische Jahrhundert” kontrollierter und sehr ungleicher Gesellschaften mit neuen Kriegen um Ressourcen und Einflussbereiche?

Letztendlich war die vielgescholtene Verschuldung zwar doch ein zweckdienliches Mittel, um Profite zu realisieren, aber eben doch auch – wenn auch ungewollt – eine Möglichkeit die Illusion einer demokratischen Gesellschaft mit Aufstiegschancen für viele aufrechtzuerhalten. Mit anderen Worten: Der Kapitalismus war schon einmal elitär und wir wissen, dass diese Eliten zweifelhafte Beziehungen zu Faschisten und Nazis hatten, aber das war vor der Erfindung des Massenkonsums und des ausgleichenden Wohlfahrtsstaates. Was kommt dann für eine Gesellschaft? Weltweite Unterdrückung und Solidarität der Eliten in  subtiler und offener Form – Zunahme von NoGo-Areas und Slums im Westen? Oder etwa freiwillig gezahltes Bürgergeld und Bürgergesellschaft?

Ich bin weit davon entfernt, in marxistischer Manier bei jeder Krise, dem Ende des Kapitalismus entgegenzufiebern. Das ist einfach unrealistisches Wunschdenken. Allerdings hat jede Krise des Kapitalismus weitreichende Konsequenzen gehabt und einige Möglichkeiten habe ich ja schon angesprochen. Nun möchte ich noch ein paar empirische Tatsachen hinzufügen, um die Lage noch etwas zu verdeutlichen.

  1. Elitenstudien zeigen, dass die westlichen Gesellschaften undurchlässiger werden und vor allem der Zusammenhalt der Topeliten zunimmt – Familien, hinzu kommt, dass die Eliten sich im Unterschied zu vor 80 Jahren, als die nationalen Eliten miteinander konkurrierten, immer besser untereinander verstehen.
  2. Überall in der westlichen Welt nehmen prekäre Beschäftigungsformen zu (Teilzeit, Praktika, etc.)
  3. Die Zahl der Arbeitslosen ist hoch und das obwohl die Geburtenraten sinken und die Zahlen geschönt werden und hier wird die Krise auch die „Arbeitsblase“ zerplatzen lassen…
  4. 500 Millionen Bürger in Europa und den USA müssen mit 1,5 Mrd. Menschen in Indien, China und anderen Schwellenländern konkurrieren, welche ähnliche Qualifikationen haben…

Angesichts dieser Tatsachen scheint eine gewisse Beunruhigung angebracht, auch wenn man sagen muss, dass sie nicht wirklich neu sind. Außerdem sind ja nicht alle sozialen Schichten gleichmäßig betroffen – Ärzte, Bauern und Anwälte fahren wohl noch etwas besser als Arbeiter und Angestellte in der Industrie. Allerdings scheint eine Gesellschaft der Zukunft mit recht großen Unterschieden und Almosen-Bürgergeld auch nicht sehr vielversprechend zu sein, zumal die soziale Kontrolle und Überwachung in vielen westlichen Staaten zunimmt.

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Tocqueville und die seltsame Entwicklung des Neoliberalismus

Verfasst 31. August 2008 von schaefer12345
Kategorien: Wirtschaftspolitik

Philip Plickert hat einen guten Artikel in der FAZ zur Geschichte des Neoliberalismus geschrieben. Er beschreibt, wie sich in den Zeiten der großen Ideologien vor allem deutsche bürgerliche Denker u.a. in der Mont-Pelerin- Society zusammenfanden, um bürgerlichem Gedankengut das Überleben zu sichern, dass sich dieser anfängliche Geist, der im Sinne einer Einhegung agierte, im Laufe der Zeit zunehmend radikalisierte.

Der Autor bringt die Hintergründe auf den Punkt: Als die amerikanischen Konzerne begannen systematisch ihre Interessen zu organisieren, sprengten sie den institutionellen Rahmen, der Eucken und anderen so wichtig war. Die Interessengruppen ließen von nun an vermehrt ihre Macht im Staate spüren. (Und das sehen wir ja auch heute nur zu deutlich – wenn sowohl Obama und McCain versuchen die wichtigsten Interessengruppen zu bedienen).

Und natürlich kann man dann folgern, dass bei dieser Lage sowenig Staat wie möglich die richtige Lösung sei, was jüngere Radikale wie Friedman, Buchanan und Hayek auch taten, ganz im Gegensatz zu Rüstow und Röpke, die alsbald aus der Mont-Pelerin-Society austraten. Nur ist das Resultat dieser Rhetorik beängstigend. Der (wohl recht deutsche) Ordnungsgedanke mit seinen Ideen von Kontrolle und Kompetenzzuweisung ist mittlerweile arg beschädigt, was man an den verschiedenen Skandalen – Enron, Subprime, SEC, Fanny, u. v. a – gut erkennen kann.

Und die Rufe nach weniger Staat haben zwar zu einer geringeren Staatsquote geführt – allerdings zu Lasten der sozial Schwachen. Die Vermischung von Staat und Wirtschaft – oft recht deutlich zu sehen an den Mischkarrieren in Wirtschaft und Verwaltung (Cheney, Schröder, Clement) hat jedoch eher zugenommen, weshalb man in vielen Bereichen kaum noch von fairer Konkurrenz sprechen kann. Deshalb wird wohl auch der Siemens-Skandal kaum mehr als Skandal wahrgenommen, sondern als eine Art Normalität – um in einer bestimmten Größenklasse Erfolg zu haben, muss man einfach die richtigen Leute kennen.

Und genau diese Doppelmoral ist es, welche den Neoliberalismus so unbeliebt macht – denn er redet, theoretisch mitunter recht elegant – den Mächtigen das Wort und ist normativ banal. Fügen wir noch einen vielleicht recht deutschen Gedanken hinzu (was vielleicht auch den Aufschwung rechten Denkens miterklärt) – unsere heutigen Politiker sind bis auf wenige Ausnahmen weit von preussischen Tugenden entfernt – es gibt einfach kaum noch aufrichtige, ehrliche und gut erzogene Männer, sondern zusehends auf ihre Privilegien bedachte, manipulierende und verweichlichte Schwätzer, wenn nicht sogar Lügner.

Und genau das droht zum Problem zu werden. Tocqueville hat gut anhand des Untergangs des Ancien Regimes beschrieben, was passiert, wenn die Elite sich nicht mehr um die Belange des Volkes kümmert. Der französiche Adel war ständig in Paris und kaum noch mit der Bevölkerung in Kontakt, ganz im Gegensatz zum englischen, der das Volk zwar mit ähnlich hohen Steuern und Abgaben belegte, aus systemischen Gründen aber stärker um dessen Belange wusste.

Der Haussegen hängt also schief, was sich gut an der sinkenden Wahlbeteiligung und der steigenden Politikverdrossenheit in Europa ablesen lässt. Die amerikanische Wahlbeteiligung ist ja eh viel geringer als die europäische.

Die Lösung scheint mir daher – und vielleicht bin ich hier etwas altmodisch – nicht die Erfindung einer neuen politischen Utopie, sondern die Rückkehr zu typisch mittelständischen, bürgerlichen Tugenden zu sein – klare Buchführung, Trennung von Verantwortlichkeiten, nachvollziehbare Karrieren nach dem Leistungsprinzip, etc.

Und dies, und damit möchte ich schliessen, ist ein sehr alter Konflikt – nämlich der zwischen autoritärem Staatskapitalismus und protestantischen bürgerlichen Tugenden. Und ein Überhandnehmen des ersteren hat nicht nur Spanien die Weltherrschaft gekostet, sondern droht auch Amerikas Position zu bedrohen: Irgendwann muss man seine Hausaufgaben machen und sich um die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Bevölkerung und Wirtschaft kümmern. Irgendwann reichen immer neue Kriege nicht mehr aus, um ein an sich parasitäres und oft ineffizientes System zu tragen.

Kapitalismusformen und menschliche Entwicklung

Verfasst 19. April 2008 von schaefer12345
Kategorien: Wirtschaftspolitik

In der Debatte um die Wirtschaftsordnungen wird sich häufig am Gegensatz Kapitalismus – Kommunismus orientiert und es wird vergessen, dass die einzelnen Ausprägungen des Kapitalismus recht unterschiedlich sind.

Es gibt aber eine mittlerweile sehr umfangreiche Literatur über die verschiedenen Kapitalismusformen. Typischerweise wird zwischen dem nordischen, dem kontinentaleuropäischen und dem angelsächsischen Modell unterschieden. Diese Klassifizierung geht auf Esping-Andersen zurück.

Andere Autoren wie Michael Mann, David Soskice, Bruno Amable oder Manuel Ferrera verwenden etwas andere Klassifikationen, aber die Grundidee ist dieselbe. Deswegen will ich nur auf die Dreiteilung Esping-Andersens eingehen, der, und das ist der entscheidende Punkt, auch auf die historischen Wurzeln der jeweiligen Typen eingeht.

Der nordische Kapitalismus wurzelt im Gleichheits- und Einigkeitsgedanken der die skandinavische Welt auszeichnet. Es kommt aber auch eine guter Schuss Individualismus hinzu, weshalb nordische Wohlfahrtsstaaten ihre Leistungen, an den Bedürfnissen des Individuums ausrichten und es in der Praxis schaffen, Arbeitsmarktflexibilität und Risikoabsicherung der Einzelnen, vor allem auch der Frauen, zu vereinen.

Der kontinentaleuropäische Kapitaslismus ist sehr vielfältig, zeichnet sich aber durch die Perpetuation von Ständeprivilegien, also Segregation aus und überlässt die Absicherung individueller Risiken zu einem großen Teil den Familien. Ein großer Vorteil der ständischen Organisation (Korporatismus) ist die langfristige Stabilität und das Vorhandensein von bestimmten Rollenverständnissen (Facharbeiter, etc.), welches hochkomplexe Produktionsabläufe, in denen Konstanz und Loyalität eine Rolle spielen erst ermöglicht. Nicht umsonst kommen die besten Autos aus Deutschland und Japan und eben nicht aus den USA.

Der angelsächsische Kapitalismus ist der urwüchsigste, hatte aber starke Probleme in der Umsetzung komplexer Produktionsprozesse (englische Wirtschaftskrise und Deindustrialisierung in den 70er Jahren). Im Zuge der Tertiarisierung wurden die Mitarbeiter aber zunehmend austauschbar. Es gibt zwarauch in den USA noch einige Fachgewerkschaften und spezialisierte Arbeitskräfte, der Trend ist jedoch eine Zweiteilung der Arbeitenden in flexible Billigjobs und hochbegehrte Spezialisten. Es ist auch hier interessant, die historischen Wurzeln zu beleuchten. Aufgrund der graduellen Entwicklung wurde am wenigsten mit der britischen, aristokratischen Tradition gebrochen – also anders als in Frankreich und Deutschland, wo dies recht blutig ablief – weshalb selbige sich in Großbritannien halten konnte und auch in sämtlichen ehemaligen Kolonien durchsetzte. Die neureichen US-amerikanischen Industriemagnaten wie Rockefeller haben sich genau an diesem Klassensystem orientiert, als sie europäische Adelsbauten von zum Teil gigantischen Ausmassen errichten liessen. Letzendlich fußt aber das angelsächsiche Modell auf Segregation, welche seit der Schlacht von Hastings 1066 die britische Gesellschaft auszeichnet.

Die jüngere US-amerikanische Entwicklung lässt sich übrigens gut anhand dieser Typologie interpretieren – mit dem abnehmenden Einfluss der nordischen und deutschen Einwanderer in den USA hat sich die Sozialpolitik von einer nordisch-kontinentaleuropäischen Linie hin zu einer angelsächsisch, vielleicht auch spanischen Tradition von Ausgrenzung und Zweiklassengesellschaft verschoben. Denn der momentane wirtschaftliche Erfolg der Südstaaten impliziert eben auch einen Erfolg der Südstaaten-Institutionen – also ein ungeregelter, menschenfeindlicher, wenn nicht auf Sklavenhaltertraditionen beruhender Kapitalismus.

Was hat das ganze nun mit Liberalismus zu tun? Nun ja, ich habe meine Schwierigkeiten, mit Leuten, die Liberalismus sagen, aber Klassengesellschaft und Unmenschlichkeit meinen. Neoliberale Argumentationen sind häufig nicht nur sehr ideologisch und halten einer empirischen Prüfung nicht stand, sondern sie berufen sich auf zweifelhafte Quellen und Denker. Hayek war sicherlich ein hochintelligenter und vielseitig denkender Mann, aber er war eben auch ein österreichischer Aristokrat, der sich im konservativen Grossbritannien natürlich wohlgefühlt haben muss. Ähnliches lässt sich auch für Ayn Rand formulieren, deren Radikalität ich als eine Art Gegenreaktion auf die Grausamkeiten des unmenschlichen, russischen Kommunismus interpretiere. Diese Einzelschicksale sind tragisch und menschlich nachzuvollziehen, aber wenn sie ihrerseits dazu benutzt werden, eine weitere menschenverachtende Ideologie – und nichts anderes ist der real-existierende Neoliberalismus, so kann ich mich nur abwenden.

Vielleicht haben wir Menschen nach 10000 Jahren Zivilisation, die weitgehend auf Ausgrenzung, Gewalt und Unterdrückung beruht hat, noch zuviel Hass und Machtgier in uns, um eine humane Welt zu gestalten, aber ich finde es ist an der Zeit, die Spirale von Gewalt und Gegengewalt zu beenden. Die nordischen Völker – die Eroberer par excellence – die als Wikinger und Normannen soviel Leid über den Rest Europas gebracht haben, haben dies zu Hause einigermassen geschafft. Anderswo herrschen sie immer noch mit den üblichen Mitteln, oder was bedeuteten Apartheid bis vor 20 Jahren und weiße südamerikanische Eliten heute?

Die Terrordebatte, die Verdrängung von Problemen und die moralische Schwäche des Westens

Verfasst 28. März 2008 von schaefer12345
Kategorien: Betrachtungen

In der Presse wird viel über die Gefährlichkeit des islamischen Terrors berichtet, so auch anlässlich des erneuten Streits um die Karikaturen in Dänemark. So sehr aber die Bestürzung über neu aufflammenden Hass nachvollziehbar ist, umso mehr kann ich nicht umhin, die Aufmerksamkeit auf drei wunde Punkte zu lenken, die da wären:

1. Das Problem ist zum Teil von den USA, wenn nicht gewollt, so doch hausgemacht.

2. Ich halte das Islambashing für eine gefährliche Form von Rhetorik, um in unserer westlichen Welt freiheitsbeschneidende Politiken durchzusetzen.

3. Die Konzentration auf die islamische Welt führt zu einer Vernachlässigung anderer wichtiger Politikfelder, z.B. die China-Tibet-Problematik, oder überhaupt, wie mit autoritären, menschenverachtenden Staaten umgegangen werden soll.

zu 1. Spätestens seit Volker Pispers wissen wir um die unrühmliche Rolle der USA nicht nur in Vietnam oder Lateinamerika, sondern auch in der islamischen Welt. Man könnte glatt argumentieren, dass Amerika sich die heutige Form von terroristischem Islam selbst eingebrockt hat, indem es durch Stützung des persischen Schahs (heute Iran) den Gottesstaat unter Khomeini mitverursacht und dann später durch Stützung der Saudis, die ja die ganzen konservativen Islamtraditionen erst so richtig mit dem Geld aus den Ölverkäufen in die heute existierende islamische Welt eingepflanzt haben. Auch dass man aus innenpolitischen Gründen einen der wenigen nichtreligiösen Diktatoren – Saddam Hussein – abgeschossen hat, nachdem man ihn Jahre zuvor gefördert hat, war langfristig betrachtet nicht gut für das Gleichgewicht in der Region. Aber die Amerikaner spielen ja gern herum, ohne eigentlich zu wissen, womit sie spielen.

zu 2. Anstatt, sich für eine gerechtere, friedvollere und grünere Welt einzusetzen, haben sich die USA nicht davor gescheut, die Aussenpolitik vor die Hunde gehen zu lassen, um die neue interne Ungleichheit zu rechtfertigen. Seit Nixon, aber spätestens ab Reagan, war dazu jedes Mittel recht. Gewerkschaftsbashing, Nichteinhalten internationaler Abkommen, Outsourcing und Verlagerung von Arbeit in Gebiete, in denen Menschenrechte mit Füssen getreten werden, Erhöhung der Zinssätze unter Paul Volcker, die eine ganze Reihe von Entwicklungsländern in eine Schuldenkrise stürzte, um aus der Stagflation herauszukommen, ungezügelter Waffenhandel und vieles mehr. Die USA sind ein viel stärker segregiertes Land, als wir uns das eigentlich klar machen wollen, in denen aufmüpfige, nicht-integrierte Elemente ganz schnell mal eben weggesperrt werden und in dem alle, die Big Business im Weg stehen, sehr schlechte Karten haben. Diese innenpolitische Abkehr von uramerikanischen Werten wird fortgesetzt und die USA beginnen schon jetzt den Preis zu zahlen: eine weniger kreative Elite, geringere Attraktivität, größere interne Unsicherheit etc. Und zu allem Überdruss werden diese Probleme selten rational angegangen und diskutiert, sondern die Medien führen eine Scheindebatte, in der eben die extreme Konzentration auf den islamischen Terror eine zentrale Rolle spielt.

zu 3. Meiner Meinung nach haben die USA die historische Chance vertan, die Welt ein wenig schwedischer oder sagen wir protestantisch-christlicher zu machen und zahlen nun den Preis für diesen Fehler. Man hätte bestimmte Dinge besser regeln können, z.B. durch das Vorantreiben lokal verträglicher Entwicklungspolitiken. Aber man hat die Lateinamerikaner dominiert und die islamische und afrikanische Welt – aus Geiz und Kurzsichtigkeit – vernachlässigt, bzw. aktiv die jeweils “dunkle Seite der Macht” unterstützt. Dasselbe moralisch zwielichtige Verhalten finden wir heute gegenüber China und aller Voraussicht nach wird bezüglich Tibet nicht viel geschehen, denn es wurde schon an ganz anderen Brandherden einfach tatenlos zugeschaut, wobei man sich die Hände mit schalen Theorien kultureller Toleranz wusch. Ich glaube auch nicht, dass sich an dieser Tendenz viel ändern wird – nur was wird geschehen, wenn die Asiaten ökonomisch aufsteigen und in den Großkonzernen, die sie jetzt schon fast besitzen, auch entscheiden möchten?

Schluss

Ich kann nur hoffen, dass wir Europäer nicht die Fehler der USA wiederholen, auch wenn es ganz den Anschein hat, dass wir in ähnliche verfallen. Wie auch aus dem Artikel deutlich wird, ist es Zeit, dass wir uns auf unsere eigenen Traditionen besinnen und versuchen mit den verschiedenen Regionen dieser Welt in Kontakt zu bleiben und eben eine positive Rolle spielen. Aber dazu müssen wir uns vor allem von einer bigotten Ideologie lösen und den Tatsachen ins Auge blicken und sicher auch Gut und Böse neu definieren.

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Von Machtdifferenzen, Freiheit und Mindestlohn

Verfasst 15. Februar 2008 von schaefer12345
Kategorien: Wirtschaftspolitik

1. Wenn wir in einer Welt leben würden, in der relative Chancengleichheit besteht, so wäre der Ansatz – niedrige Steuern, wer nicht arbeitet soll auch nicht essen, etc. – der richtige. Diese Chancengleichheit ist aber zunehmend nicht mehr gegeben, denn Großunternehmen dominieren zunehmen die Wirtschaftslandschaft und können aufgrund ihres Machtpotentials nicht nur andere kleinere Wettbewerber mit unterschiedlichsten Strategien ausschalten, sondern auch den Arbeitnehmern zunehmend ihre Bedingungen aufdrängen.

2. Eine liberale Grundidee ist Freiheit von Zwang. Traditionell haben sich Liberale immer gegen einen starken bzw. totalen Staat gewehrt, weil ein solcher Lebenswünsche der Individuen ignorieren kann und der Einzelne ihm im Zweifelsfall hilflos ausgesetzt wäre. Im Zuge dieses wichtigen Gedankens ist dann immer die Wichtigkeit der Marktwirtschaft betont wurden, wobei sich hier leider die Interessen von überzeugten Liberalen und auf Machterhaltung erpichte bürgerliche Schichten oft vermischten, wobei das eigentlich wichtige Kriterium vergessen wurde. Denn Märkte sind nur dann wichtig für das liberale Anliegen, wenn sie die Wahlfreiheit und die Verwirklichungschancen der Individuen erhöhen.

3. Dies ist der Fall, solange eben z.B. auf den Arbeitsmärkten Wahlfreiheit existiert, weil die Unternehmenslandschaft aus vielen, untereinander um die besten Mitarbeiter buhlenden Firmen besteht. Was geschieht aber, wenn die großen Organisationen ein Machtpotential aufbauen, dass jenes mancher Staaten sogar noch übertrifft, sie sich also immer weniger um die Belange der Menschen kümmern müssen?

4. Die Antwort kennen wir. Es werden schlechtere Arbeitsbedingungen und niedrigere Löhne durchgesetzt, Politiker manipoliert, etc. Organisationen, die Freiheit garantieren sollen, bescheiden sie, die Belange der Menschen missachtend. Konkret heisst das, wie aus einer EU-Studie hervorgeht, die Arbeitsstress als häufigsten Grund für Krankmeldungen ausmacht, dass “unsichere Arbeitsverhältnisse, hoher Termindruck, unflexible und lange Arbeitszeiten, Mobbing und nicht zuletzt die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie” die Lebensqualität der Menschen stark beeinträchtigen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,533007,00.html

5. Deshalb sollten neue freiheitsfördernde Ansätze versuchen, eben neue Frei- und Rückzugsräume zu schaffen, um den Druck auf die Individuen zu verringern. Und dazu kann der Staat als Regulator (wenn er nicht von den großen Interessengruppen unterwandert wird…) einen wichtigen regulativen Beitrag leisten, indem er sich gegen die Dominanz der großen Organisationen stellt.

6. Und eine dieser extern zu definierenden Koordinaten könnte eben ein Mindestlohn sein, aber auch andere, nichtmonetäre Maßnahmen sind denkbar, wie z.B. die Einhaltung von Pausen und Urlaubsphasen, die Beschränkung von überzogener Werbung, etc. Denn die Kosten von kranken, falsch ernährten, beziehungsgeschädigten und überarbeiteten Menschen muss nämlich die ganze Gesellschaft tragen, ebenso wie die Kosten zur Integration vernachlässigter Kinder, wobei prügelnde Rechtsradikale nur die Spitze des Eisbergs sind.

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